Technology is our friend: Und Foursquare macht auch langsam ernst. Gaaaaaaaanz langsam, aber immerhin!
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September 21, 2010

Und Foursquare macht auch langsam ernst. Gaaaaaaaanz langsam, aber immerhin!

Wer sich fragt, wohin Foursquare eigentlich will und ob die Reise Twitter-mäßig ein paar Jahre ganz ohne Geschäftsmodell weitergeht, der kann sich zwei Anwendungen ansehen, die vor kurzem "live" gegangen sind und die meines Erachtens schon in eine eindeutige Richtung weisen. Eine davon halte ich für richtig smart und aus meiner Sicht riecht alles danach, als ob Foursquare einfach auch nur ein paar Krümel aus dem Google-Kuchen mitnehmen will. Und weil dieser Kuchen a) riesig groß ist und b) ständig wächst, kann man mit ein paar Krümeln durchaus eine Art Imperium aufbauen.

Fangen wir mit der Unspektakuläreren der beiden Neuerungen an: Der Suche. Foursquare hat die Suchseite ein bisschen gerade gerückt und vor allem die Eingabe einer Stadt ermöglicht, unabhängig davon, ob man sich dort befindet oder das so einstellen will. Hallo Qype, hallo Gelbe Seiten, hallo meineStadt, willkommen in Foursquare’s Welt.




Interessant sind die Suchergebnisse mit den Tabs "Venues, Tips, People, Tags". Wenn 4sq auch in Deutschland weiter so wächst, wie es derzeit den Anschein hat, wird man unter „Tips“ und „People“ spannende Dinge finden können – die soziale Variante lokaler Verzeichnisse eben.








Nicht, dass es so etwas nicht schon gäbe, aber mit eigenem 4sq-Freundesnetzwerk, Seamless Twitter- und FB-Integration und App-getriebener Nutzung kann es sein, dass hier die rechte Überholspur für lokale Verzeichnisse aufgemacht wird.
Die mit Abstand spannendere Neuerung ist allerdings der für mein Verständnis sehr smoothe „Add to Foursquare“-Button. Bei jedweder Location – natürlich mehrheitlich für die jeweiligen Locationbetreiber, aber durchaus auch für "Fans" gedacht – kann man nun einen Embed-Code unter dem Namen „Add to Foursquare“ aufrufen und den Button auf seiner Homepage oder etwa in seinem Blog integrieren.
Das geht so:










Und dann, nach geübtem Muster, so:




Wer es ausprobieren will, der sieht den Button für die einzig wahre Hasir-Alternative in Kreuzberg, das exzellente „Bagdad“, hier eingebettet, und kann dieses nun durch klicken dieses Buttons zu „seinem Foursquare“ hinzufügen.




Nun ist das "Bagdad" als Location dank meines Tips auf Deiner To-Do-List. Wenn man in der Nähe des Geschäftes ist und Foursquare aufruft, wird man nun daran erinnert, dass man den wunderbaren Köffte-Teller im Bagdad ausprobieren wollte. Foursquare baut gerade die "To-Do-Lists" der User zu einem echt nützlichen, vor allem aber geschäftsmäßig kapitalisierbaren Tool um (dazu passt auch der neue "Add to my To-Do-List" Button auf der 4sq-Homepage). Hätte ich eine Pizzeria, ein Café, ein Friseurgeschäft, einen Klamottenladen oder 1000 Fillialen von irgendwas: Der Knopf wäre auf der Website meiner Lokalität ein Muss. Für Ladenbetreiber kann dieses eines Tages eine sehr wertvolle Anwendung werden; viele lokale Advertising-Dollars, die heute bei Google oder gar noch den gelben Seiten oder der Tageszeitung landen, könnten zukünftig in solche oder so ähnliche Anwendungen fließen.


Hier positioniert sich Foursquare als ein Makler, der die Infrastruktur – neben Technologie rein sozial und user-basiert – betreibt, um Verbraucher und Anbieter einer (lokalen) Leistung zusammenzuführen. Entlang dieser Infrastruktur werden eines Tages kleine Zollhäuschen stehen, an denen wahrscheinlich nicht wir Nutzer, aber die Location-Betreiber für den Verkehr zahlen, der ihres Weges geleitet wird. Adwords in Real-Life, sozusagen.