Technology is our friend: Und SpOn reiht sich wieder mal ein...
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February 27, 2012

Und SpOn reiht sich wieder mal ein...

... in die teilweise absurde, teilweise von Unkenntnis und trendhafter Ablehnung gezeichnete Facebook-Berichterstattung. In diesem Fall durch Eli Pariser, der wohl sein Buch "Filter Bubble" noch einmal pushen musste. Long story short: Nach diesem SpOn Artikel filtert Facebook die Inhalte unserer individuellen Newsfeeds vornehmlich via "Like" bzw. "Gefällt mir", und das sei entgegen anderer Möglichkeiten ("Ist wichtig", "empfehle ich", "drüber nachdenken") des Feedbacks derart weichgespült, dass unsere Newsfeeds auf einmal nur weichgespülte, entpolitisierte Inhalte zeigen würden. Wir würden daher "entmündigt".



Aber sind nicht die am Erscheinungstag bis 15:30 über 1000 Empfehlungen via Twitter und FB (siehe Bild), die auf eben diesen Artikel verweisen, schon Gegenbeweis genug dafür, dass in unseren Newsfeeds nicht nur "heile Welt" passiert? Ich empfehle dem Autor, die Seiten, denen er bei FB folgt bzw seine FB-Freunde zu überdenken. Es ist wie im wahren Leben: hast du Freunde/Beziehungen zu Menschen, die wach durchs Leben gehen, kriegst du nicht nur mit, wer Dschungelkönig geworden ist, sondern führst auch Austausch über sinnvolle Dinge. Wenn nicht, hilft dir auch FB nicht.
Und SpiegelOnline empfehle ich, die Netzwelt zwar vom TechCrunch/Mashable-Übersetzungsdienst wegzuentwickeln, aber bitte nicht in Richtung "ungeprüfte Facebook-Warnungen".
Dass nämlich der sogenannte "Edge Rank" nur an "Gefällt mir"/"Like" hängen würde bzw demnach auf "Gefälliges" verweisen und dieses bevorzugen würde, ist schlicht Quatsch. Wer das nicht glaubt, sollte das (sehr empfehlenswerte) Buch des Google-Engineers Wael Ghonim über die #Jan25-Revolution in Ägypten lesen. Das Foto des schlimm zugerichteten Gesichtes des ermordeten Bloggers Khaled Said, verbreitet über Facebook, war der Stein des Anstoßes. Und das Bild ist alles andere als "Gefällt mir" (wer auf den verlinkten Namen klickt, kann das Bild bei Wikipedia sehen - aber Vorsicht, nur für starke Nerven).