Technology is our friend: Digitize all the things!
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January 30, 2013

Digitize all the things!

Gerade ein Buch aus einem Antiquariat gefischt. Derzeit gibt es das bei Amazon genau ein Mal, für 15+3 Euro. Vor zwei Wochen habe ich online nur eines für 40 Euro gefunden. Es ist auch egal, wie viel Geld de facto für die gebrauchte Auflage verlangt wird: Nur, weil der Content an Material, Papier gebunden ist, wird er interessierten Menschen, selbst jenen, die bezahlen wollen, nur eingeschränkt oder gar nicht zugänglich gemacht.
So, wie ich das verstehe, könnte selbst ein Autor einen Artikel aus diesem Buch, sagen wir John R. Searle seinen Aufsatz "Geist, Gehirn, Programm", nicht einfach selbst veröffentlichen oder bloggen. Und wenn Reclam beschließt, das Ding halt nicht mehr zu drucken, dann ist es eben weg.
So ein ausgesprochener Humbug in unserer Zeit. Anderes Beispiel: Für meinen Urlaub wollte ich an Fachliteratur aufstocken - nicht einmal jedes fünfte Buch, das ich gern mitgenommen hätte, war als e-book verfügbar (und die anderen zu albernen Preisen). Und die Zeiten, in denen ich Papier in meinem Gepäck mitschleppe, sind nun einmal vorbei. Also habe ich andere Dinge gelesen.

Ich kann an Google Books und ähnlichen Initiativen nichts Verwerfliches erkennen, wenn die Verlage nicht endlich anfangen, ALLES auch digital zu veröffentlichen. Sie müssen sich nicht wundern, wenn auch sie in Piraterie-Fallen rennen werden, denn die Leute wollen nicht primär klauen, sondern in diesem Fall lesen. Wenn sie es ihnen komfortabel und bezahlbar ermöglichen - doch bitteschön und wenigstens im "Back-Katalog" - werden auch keine nennenswerten PDF-Tauschbörsen entstehen. Und nichts gegen Antiquare - aber ihre Jobs sollten eigentlich antiquiert sein.