Technology is our friend: Journalisten sind weiterhin gefragt
Back To Normal

August 13, 2013

Journalisten sind weiterhin gefragt

... zumindest in den USA und das ist, wenn ein Geschäft digital ist oder wird, sehr häufig ein guter Indikator auch für uns. Ich habe an vielen Stellen geschrieben, dass ich der festen Überzeugung bin, dass Verlags-Hochhäuser mit Marmor-Eingang und Ritz-Carlton-Übernachtungen für Chefredakteure bald der Vergangenheit angehören werden - ich glaube an Werbefinanzierung von Nachrichten und damit an Redaktionen, die aus kleinen Kerneinheiten bestehen, und riesigen Netzwerken von freien Mitarbeitern, die von diesen Einheiten gemanaged werden. Hier ist ein Chart, das als ein Indiz in diese Richtung gesehen werden kann: Es sind weniger Menschen in der Branche fest angestellt, aber die Nachfrage nach Journalisten ist stark gestiegen.

Dafür sehe ich im wesentlichen 2 potenzielle Gründe:
1) Content Marketing
Wenn Unternehmen nicht mehr nur über Anzeigen und Werbespots kommunizieren, sondern in viel höherer Frequenz Inhalte erstellen und über selbstkontrollierte Kanäle veröffentlichen, von Kundenmagazinen zu Facebook über die eigene Webseite zu Instagram und SmartTV Apps, brauchen sie Menschen nicht nur mit Marketing-, sondern auch journalistischen Skills.
2) Neu, billig, günstig
Auch wenn in den USA die "betriebsbedingte Kündigung" einen weit niedrigeren Stellenwert hat als hier, so kann die Zeitungskrise auch durchaus als eine Gelegenheit gesehen worden sein, "alte", über die Jahre "zu gut" bezahlte Mitarbeiter loszuwerden und sie mit jungen, günstigen Kräften aufzufüllen. Nicht, dass mir der Move sympathisch wäre, aber der "Business Insider", der dieses Chart veröffentlicht hat (nach einem Tweet von John Hazard, spekuliert vielleicht nicht ganz zu unrecht, dass die hohe Nachfrage auch daher kommen könnte, dass die angebotene Entlohnung nicht ganz attraktiv ist - das klingt durchaus auch plausibel. (Der Business Insider führt das dann auf Start-Ups zurück, was ich wiederum weniger nachvollziehbar finde).

Das klingt nicht rosig und auch nicht schön, aber grundsätzlich muss man sich um Journalisten sicher weit weniger Sorgen machen als um ihre bisherigen Arbeitgeber.