Technology is our friend: Chromecast Unboxing - Einrichtung und erste Eindrücke
Back To Normal

March 24, 2014

Chromecast Unboxing - Einrichtung und erste Eindrücke

Gestern lief der "Clasico" - Real Madrid gegen FC Barcelona. "Lief" meint in diesem Fall: Es gab einen Stream bei LaOla1.tv. Faul auf dem Sofa, gerade den Abschluss der Bundesliga hinter mir, schien das die ideale Fortsetzung des Abends zu sein. Mag sein, dass es eine Apple TV App gibt, aber ich habe sie nicht und bei Anstoß 21 Uhr kümmert man sich ja um 21.01 Uhr darum, irgendwie an den Stream zu kommen. Also das iPad gezückt, um über Air Play auf dem TV zu schauen. Leider muss man, um auf "mobilen Endgeräten" (das kommt einem Sonntag abends auf dem Sofa sehr albern vor) zu schauen, zahlendes Premium-Mitglied sein. Lange Geschichte, kurz erzählt: Ich bin in solchen Situationen zu faul und wissend, dass das Spiel bereits läuft, auch zu ungeduldig, an meinen Kabeln zu fummeln, den HDMI Dongle fürs Laptop zu suchen oder überhaupt den Laptop aus der Reisetasche zu holen und hochzufahren oder den parallelen Bild.de-Stream zu checken: Ich hab das Spiel letztlich am PC geschaut. 22" Monitor, auch ok, keine Buffer-Probleme wie früher, HD-Bild. Beim TV geht es für mich nicht um das Machbare, sondern um das Bequeme: Ich habe mich schon dabei erwischt, via Watchever Filme zu schauen, die ich auch als DVD habe - als DVD aber nicht geschaut hätte, denn Film raussuchen, einlegen, nachher wieder wegpacken, klingt albern, ist aber in der Anwendungssituation eine echte Nutzungshürde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich damit allein bin.
Abhilfe erhoffe ich mir vom ganze 35 Euro kostenden Google Chromecast - der pünktlich heute, am Tag nach dem "Clasico" geliefert wurde (obwohl andere Prime Kunden, liebes Amazon, trotz späterer Bestellung das Ding am Samstag in den Händen hielten...). Hier also ein kleines Unboxing/Einrichtungs-Protokoll.


Die Hardware habe ich nicht abfotografiert, sie besteht aus einem HDMI-Dongle, einem Stromkabel und, falls der TV zu eng an der Wand klebt, einem HDMI Extender für besseren WLAN Empfang. Positiv: Kein 200seitiges Handbuch. Lese ich eh nicht - insbesondere Technik sollte mit stöpseln, fummeln, Knöpfe drücken immer selbsterklärend funktionieren. Das kann man dem Chromecast nicht wirklich absprechen. Nach dem Einstöpseln wählt man den passenden Eingang am TV.


"Bitte einrichten" - wir haben gemeinsame Interessen, der Chromecast und ich.


Da mir allerhand Geräte dazu angeboten werden, nehme ich das nächste herumliegende - in diesem Fall das iPad. Unter der auf dem TV Screen angezeigten Domain liegt nichts anderes als ein Link zum App Store, wo man dann die Chromecast App installieren kann. Die will als erstes das:


Ich gehe davon aus, dass ich von einem Privacy Shitstorm schon gelesen hätte (aaaah, der Schwarm) und akzeptiere blind. Die App sucht übers WLAN den Stick, der in meinem TV hängt.


Dann verbindet man sein iPad mit dem WLAN, das der Stick selbst anbietet.


Ein bizarres Gefühl, sein eigenes WLAN links liegen zu lassen. Muss ich jetzt immer umswitchen, wenn ich streamen will?


Erinnerungen an meine erste Bluetooth Nutzung werden wach. Ein Code soll sicherstellen, dass mein Stick auch wirklich mein Stick ist:


Und siehe da:


Mein Stick ist mein Stick, und das WLAN des Sticks verbindet sich jetzt mit meinem Heim-WLAN. Dafür, dass das ein komplexer Vorgang zu sein scheint, ist die Nutzerführung bisher ziemlich einfach. Wenn auch zeitaufwendiger, als ich dachte. Denn jetzt ist erst einmal ein Update fällig. Ich habe immer häufiger das Gefühl, quasi "leere Empfangsgeräte" zu kaufen, die dann erst durch einen Download zu vollwertigen Produkten werden. Da fällt mir ein: Ich wollte noch nach Firmware-Updates meines Staubsaugers suchen.


Update complete. Der erste Bump folgt aber sogleich: Angeblich passt etwas nicht.


"Small change to your settings" löst in mir immer gleich den Gedanken aus, neue Firmware für den Router installieren und jedes einzelne Haushaltsgerät neustarten zu müssen. Wenn ich schon "Liste zur Routerkompatibilität" lese... "Routerkompatibilität". Ich will solche Begriffe nicht kennen. Ich will fernsehen.


Zum Glück war das nur ein Bauerntrick. Links angetäuscht, rechts vorbeigegangen. Während ich noch überlege, ob ich auch nur eine einzige Zeile dieser angeblichen "Hilfe" lesen soll, richtet sich der Stick trotzdem ein. Von alleine. Startklar, sagt er. Schön.


Ähnlich problemlos sieht es in der App auf meinem iPad aus.


Das Ganze hat etwas unter 15 Minuten gedauert. Insgesamt eine zumutbare Veranstaltung und nicht übermäßig komplex, auch wenn man in diesem 15 Minuten gut beschäftigt ist mit Installationen und Anweisungen. Die App bietet nun eine Art internen App Store an.


Ich will aber beim Usecase "Real Madrid - Barcelona" bleiben.


Aha. Das Ding heißt nicht umsonst "Chromecast". Man kann einen Tab aus dem Chrome Browser 1:1 auf das TV schicken. Mir hätte hier auffallen sollen, dass wir einen Laptop und einen TV sehen. Ist es aber nicht. Ich versuche, die Chrome Extension, die dazu nötig ist, auf dem iPad in Chrome zu installieren.


Wenn bei Watchever eins funktioniert, dann ist es SEA. Anyway. Der erste echte und wahrhafte Bump folgt sogleich:

Sowohl für das iPad als auch für ein Android Gerät sind die entsprechenden Extensions (noch?) nicht verfügbar. Rechtefrage? Engineering Issues? Ich glaube ja an ersteres, das ist aber für den Endanwender unbefriedigend. Ich muss vom PC oder Laptop aus "casten". Also Installation der Extension am PC Browser.


Das funktioniert einwandfrei. Man hat dann ein neues Icon im Browser. Ruft mal also etwa LaOla1.tv auf, wo ja der Clasico laufen würde, wenn er Montag morgens ausgetragen würde, klickt man auf jenes Icon, kann den Chromecast auswählen (falls man 3 Stück an seinen 3 TV Geräten hat) und klickt auf "Tab übertragen".


Was dann passiert, kennt man so vom Apple TV nicht: Es wird in der Tat der Tab, so wie er am PC Monitor erscheint, auf das TV Gerät gesendet.


In diesem Fall läuft die Zusammenfassung des Clasicos. Will man das Ganze Full Screen sehen, muss man eben am PC Full Screen auswählen.


Jetzt kommt Apple TV Feeling auf, denn ein ähnliches Icon überträgt ja dort auch auf das TV.


Fullscreen Fußball mit sehr ordentlichem Bild und Sound. Danach habe ich es noch über das Android Handy versucht - man kann zwar nicht die Browser Extension installieren (und in dem Sinne "chromecasten"), aber es gibt natürlich eine App.


Auch hier ist Watchever populär. Chromecast wird, gerade bei dem attraktiven Preis, für alle "Over the Top" Angebote wie Snap von Sky, die digitalen Mediatheken der TV Sender, Maxdome und andere sicher eine hilfreiche Rolle spielen. Ich wähle den einfachen Weg. Chromecast, Android, Youtube - kein Wunder, dass das dann auch problemlos funktioniert.


Man spielt irgendein Video in seiner Youtube App ab, die nun auch das "Cast Logo" beinhaltet, kann die App verlassen und im Notification Center ist der Stream kontrollierbar (ganz ähnlich wie beim Abspielen von Musik auf einem Android Smartphone).


Zack, läuft das Sport1-Youtube-Video auf dem TV, und es ist von Sport1 als TV-Kanal nicht zu unterscheiden.

Erstes Fazit: Die Einrichtung ist nicht gerade "Einstöpseln und Warten", aber auch nicht übermäßig schwierig. Aus dem Browser auf den Fernseher senden ist eine nette Anwendung, noch netter wäre, wenn das auch per Tablet und Smartphone ginge. Die Nutzung über Apps ist ein Kinderspiel und funktioniert problemlos. Der Chromecast ist eine echte Alternative zu Apple TV - die Anwendungsszenarien nehmen sich nichts, und lieber springe ich am Handy von YT-Video zu YT-Video, das ich dann am TV sehe, als die vom UI her eher unsäglichen (Search, Discovery) Apple-TV Apps zu verwenden. Und mit den Apps, die sicher noch folgen, wird der Chromecast eventuell sogar am 3x teureren Apple Gerät vorbeiziehen - mit ein bisschen Phantasie erscheinen die Chromecast Möglichkeiten riesig. Aber wenn man schon ein Apple TV hat und für 35 Euro lieber eine Staffel einer Serie kauft, muss man sich den Chromecast - derzeit - nicht holen.

Der große Durchbruch ist der Chromecast allerdings (noch?) nicht. Meine Erwartung, aus meinem TV Gerät im Wohnzimmer quasi durch Stick-Einschieben einfach nur ein 47" großes Smartphone zu machen, hat sich immer noch nicht erfüllt. Und in meiner End-User-Naivität weiß ich gar nicht, was daran so schwer sein soll.